Wider das Vergessen – 80 Jahre Reichspogromnacht

80 Jahre nach der Reichspogromnacht

Nunmehr 80 Jahre liegt die Reichsprogromnacht hinter uns. Am 09. und 10. November 1938 überfielen die Nazis Synagogen und jüdische Geschäftshäuser, plünderten und brandschatzten unerbittlich.

Hitler war an der Macht, der 2. Weltkrieg nicht mehr weit entfernt und das große Ziel lautete, die Welt von den Juden zu befreien. Aus meiner Sicht heute unverständlich. Laut Bild-Zeitung sollen sogar in vielen Orten die Feuerwehren aktiv an den Brandschatzungen beteiligt gewesen sein. Aber man muss der Bild-Zeitung zum Glück nicht alles glauben.

Letztes Wochenende waren Nane und ich in Erfurt und Weimar. Nicht weit entfernt von Weimar liegt das KZ Buchenwald. Die dortigen Gebäude, Fundamente und die  umfangreiche und interessant aufbereitete Ausstellung regen zum Nachdenken an. Als jemand, der irgendwas mit Medien macht, bin ich immer wieder überrascht, wie die Nazis damals die Medien für ihr Zwecke missbraucht haben.

Das obige Zeitungs-Beispiel hat mir vor Augen geführt, dass die Druckereien damals für ihren Bleisatz sogar spezielle Typen für die SS-Runen verwendet haben. Leider stand bei dem Zeitungsausschnitt kein Datum dabei, aber der Druck dürfte vor dem Herbst 1941 erfolgt sein. Im Laufe des Jahres 1941 hatte Hitler in seinem „Normalschrifterlass“ die Antiqua-Schriften zu ungunsten der Schwabacher-Lettern (Fraktur) zur deutschen Normalschrift gemacht und die Verwendung andere Schriftarten unterbunden. Natürlich konnten sich zu Kriegszeiten nur die wenigsten Druckereien neue Bleischriften leisten bzw. überhaupt welche bekommen. So erfolgte die Umstellung auf die Antiqua eher Stück für Stück und nicht auf einen Schlag. Aber dennoch sind die vielen Neo-Nazi-Fuzzis auf dem Holzweg wenn sie eine Fraktur-Schrift als Logo oder für Drucksachen verwenden. Die Fraktur war bei ihrem Führer eher wohl gelitten denn beliebt.

Ich fordere heute die Schulämter auf es zur Pflicht für alle Schularten zu machen, dass jeder Schüler-Jahrgang mindestens einmal in seiner Schullaufbahn ein ehemaliges Konzentrationslager besuchen muss. Um die Gräueltaten der Nazis zu sehen und die schauerliche Stimmung auf einem solchen Gelände zu fühlen. So überlegt es sich vielleicht so mancher, ob er sich rechtsradikalem Gedankengut aussetzen will oder nicht.

Auf dass die Taten der Nazis nicht vergessen werden und wir gemeinsam dafür sorgen, dass so etwas nie wieder geschehen kann!

Jedem das Seine

Im KZ Buchenwald

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