Herbst = Drachenzeit

Franz-Ferdinand und sein neuer Drache

„Duuuu?“ Immer wenn Franz-Ferdinand mich leise und in einer ungeahnten Lieblichkeit in der Stimme anspricht, dann will er was von mir.

„Wie lässt man eigentlich einen Drachen steigen?“, wollte Franz-Ferdinand wissen. „Das ist eigentlich ganz einfach. Du brauchst dazu zwei dünne Haselnuss-Stecken, Transparentpapier, eine Schere, etwas Wasser, etwas Mehl, ein Taschenmesser, ganz viel Schnur und ganz ganz viel Wind.

Im Wald holst Du Dir die zwei Haselnussäste, vergiss aber das Messer nicht, Du musst sie ja abschneiden. Dann legst Du die beiden zu einem Kreuz zusammen, kerbst sie an der Kreuzung etwas ein und bindest sie mit einem Stück Schnur zusammen. An den vier Enden machst Du noch kleine Kerben rein, damit die zweite Schnur, die du außen herum ziehst, nicht verrutschen kann.

Dann legst Du Dein Kreuz auf einen großen Bogen Transparentpapier in Deiner Lieblingsfarbe und schneidest mit der Schere außen herum. Achte aber darauf, dass noch außen noch ein Streifen von 3-5 cm übersteht. Dann mischst Du aus dem Mehl und dem Wasser einen dünnen Mehlpapp. Mit dem Mehlpapp klebst Du das überstehende Transparentpapier nach innen auf den Drachenkörper. Falls das mit dem Mehl nicht so klappt, kannst Du natürlich auch anderen Kleber verwenden.

Dann faltest Du viele kleine Schmetterlinge und bindest sie an eine ca. 5 Meter lange Schnur, die Du als Drachenschwanz verwendest. Der Drachenschwanz stabilisiert den Drachen und lässt ihn besser fliegen.

Am Ende bindest Du vorne oben und unten noch ein Stück Schnur fest. Die Schnur sollte ungefährt 1,5 mal so lang sein wie Dein Drache hoch ist. An der Stelle wo sich die Äste überkreuzen bindest Du Deine Steuerleine fest. Und dann geht’s ab auf die Wiese.

Denk‘ aber daran, dass Du ganz viel Platz brauchst und Du ggf. auch Anlauf nehmen können musst. Außerdem dürfen keine Stromleitungen über Deinem Dracheflugfeld verlaufen! Und je weniger Bäume in der Nähe sind, um so seltener musst Du Deinen Drachen aus einem Baum holen.“

Leider habe ich im Moment definitiv zu wenig Zeit zum Drachen bauen und auch für vieles andere. So haben wir gestern einfach einen bunten Drachen für Franz-Ferdinand gekauft und ich glaube, er ist mit ihm auch ganz glücklich… 😉

Gruselig

Statt Blumen - Gedenkstein auf einem jüdischen Grabstein auf dem Jüdischen Friedhof in Bödigheim.

Mit einem verzweifelten Quietschen öffnet sich das altehrwürdige Tor zum Jüdischen Friedhof im Buchener Ortsteil Bödigheim.

„Gruselig“, meint meine Begleiterin. „Und, wo ist Deine Kopfbedeckung?“. Tatsächlich habe ich die Kopfbedeckung, die man als Mann tragen soll, vergessen und muss sagen, dass mir das ein wenig ein schlechtes Gewissen bereitet.

Es ist zwar noch hell als Luca und ich den Schlüssel im Schloss drehen und das Tor aufschieben. Dennoch liegt ein etwas unwirkliches Licht über dem Friedhof und die oftmals schiefen Grabsteine ragen gen Himmel und erinnern an die Verstorbenen, die hier begraben wurden. Die Stille des Friedhofs überdeckt alles. Und wirkt tatsächlich ein wenig gruselig im schwindenden Licht des Spätsommers.

Auf dem einen oder anderen Grabstein liegen statt Blumen Steine. Steine zur Erinnerung. Erinnerung an die Toten. In Bödigheim ruhen laut Wikipedia über 1500 Menschen. Die letzten Grabsteine datieren auf das Jahr 1939. Auch Jacob Mayer wurde hier begraben.

Ein Besuch wirkt wie ein Blick in eine längst vergessene Zeit und der Besuch lohnt sich. Seit neuestem steht dort auch der restaurierte Leichenwagen, den die jüdische Gemeinde um 1910 erworben hat und Schilder informieren über die Geschichte des Friedhofs am Rande von Bödigheim.

Wer den Friedhof auch mal in Augenschein nehmen möchte, erhält den Schlüssel bei der Ortschaftsverwaltung Bödigheim oder im städtischen Archiv. Danke, Tobias!

Einohrschaf

Zehn Jahre hat es geschaf(f)t, war als Dekostück in der Osterzeit äußerst erfolgreich.

Nachdem jetzt auch noch das Ohr verschwunden ist, macht es sich auf den Weg alles Irdischen. In den Störstoffsack!

Dieser Moment…

… wenn man rechtzeitig vor dem Beginn der Ausrückebereichsübung der Abteilungen Götzingen, Hettingen und Rinschheim am gestrigen Abend von der Abteilungskommandanten-Gattin einen frischen Kaffee an den ELW gebracht bekommt. Perfekt – vor allem, wenn sich dann noch was Süßes dazu gesellt.

Danke, Hedi!

Danke, Adelsheim!

Danke, Adelsheim!

In den letzten Wochen sind mir auf meinen manchmal recht langen und kuriosen Fahrten durch unseren Landkreis und die angrenzenden Gebiete rot-schwarze Plakate aufgefallen – mit Sprüchen, die gut und gerne als volksverhetzend bezeichnet werden können.

Während bei uns immer noch in vielen Gemeinden dieserlei Plakate hängen, werden in einigen Landkreisen dieserlei Plakate zum Glück bereits wieder abgehängt und Anzeigen gegen die Partei gab es ebenfalls. Danke, dafür! In manchen Ortschaften hat mich schon die schiere Anzahl der genannten Plakate schockiert.

Aber ein findiger Adelsheim (m/w/d) hat – für mich – den Nagel auf den Kopf getroffen und unter den besagten Plakaten besagter Partei Plakate mit der Aufschrift „Lügner haben lange Leitern“ platziert.

DANKE, DAFÜR!

Leider war das oben gezeigte Schild schon am nächsten Tag wieder flach am Boden gelegen. Ich hab’s dann nochmal aufgerichet. Falls es wieder am Boden liegt:

Liebe Adelsheimer, bitte stellt das Schild immer wieder auf, damit es gut sichtbar bleibt!

Unterwegs auf Gemeindeverbindungsstraßen #73

Unterwegs auf Gemeindeverbindungsstraßen #73

Auf dem Weg zur Verwandtschaft bin ich in den letzten 41 Jahren mindestens schon 1.000 Mal an dem Einstieg zu diesem Gemeindeverbindungsweg vorbei gefahren (worden), aber – soweit ich weiß – noch nie abgebogen.

Heute bin ich die Straße zum ersten Mal gefahren – auf der Suche nach der ersten und größten auf ehemaligem Ackerland errichteten solaren Freilandanlage.

Also: von wo nach wo bin ich gefahren als ich heute morgen als bekennender Klebe-Legastheniker einen Aufkleber für den 10. Geburtstag dieser „kleinen“ Photovoltaik-Anlage aufkleben wollte?

P.S. ohne weitere Hilfestellung hätte ich die Anlage dennoch nicht gefunden… 😉