Kinder und die Foto-Vergangenheit…

Alte Voigtländer mit Heliar 210 mm Objektiv

Luca soll kommende Woche alte Gegenstände in die Schule mitbringen. Dafür hat Nane aus dem Schwarzwald eine alte Balgenkamera mit einem Voigtländer-Vollformat-Objektiv für Glasplatten vom Ur-Opa (oder Ur-Ur-Opa) mitgebracht.

Heute zieht praktisch jeder ein Smartphone mit Kamera aus der Tasche oder hat eine Kompaktkamera oder eine digitale Spiegelreflexkamera dabei. Die Bilder kann man sofort anschauen und die Anzahl möglicher Digitalfotos ist beinahe unbegrenzt. Zu Uropas Zeiten sah das anders aus. Damals wurden Fotos noch auf Glasplatten gemacht und die Anzahl der Fotos war auf ein Minimum beschränkt. Auch in meinen Foto-Anfangszeiten ging man mit einem 24er oder 36er Film los und wenn der voll war, war die Foto-Session zu Ende. Mancher macht heute mehr Selfies pro Tag…

Aber zurück zum Thema. Die „Reisekamera“ lässt sich tatsächlich recht klein zusammen falten und dann angenehm tragen, aber ohne Stativ dürfte es nicht möglich gewesen sein, ein unverwackeltes Foto zu machen. Ist die Kamera erstmal auseinander gefaltet, fixiert man die Rückwand auf dem Brettchen mit den entsprechende Aussparungen (unten). Über die beiden Rädchen rechts und links lässt sich das Bild auf der Glasplatte scharf stellen. Am Objektiv selbst lässt sich die Blende einstellen und die Belichtungszeit (die Zeitmessung funktioniert leider nicht mehr). Der Auslöser befindet sich direkt am Objektiv.

Wenn wir jetzt noch ein entsprechendes Fotomedium gehabt hätten, hätten wir den Blumenstrauß tatsächlich fotografieren können. So blieb uns leider nur der Griff zum Smartphone.

Auf der Suche nach einer Typenbezeichnung oder einem Baujahr sind wir dann aber abergescheitert und zu dem Schluss gekommen, dass beide Teile aus unterschiedlichen Epochen stammen müssen. Das Holzgehäuse will nämlich nicht so recht zum Objektiv passen. Das Heliar-Objektiv von Voigtländer mit 210 mm scheint ein Nachkriegsmodell zu sein. Die Aufschrift „West Germany“ dürfte Beweis genug dafür sein, der Holzbody aber eher ein älteres Baujahr. Leider gibt es im Internet wenig Informationen rund um die Voigtländer-Kameras, da die Firma Voigtländer seit 1999 praktisch nur noch Markenname für Ringfoto ist.

Leider hat Luca das Ganze nicht so richtig interessiert und sie hat selbst den Zusammenhang zwischen Blende und Belichtungszeit vermutlich schon wieder vergessen, aber egal. Mir hat’s Spaß gemacht. 😉

Ach ja: das Bild oben ist montiert – aus dem seitlichen Bild mit Kamera und Blumenstrauß und frontal fotografierter Rückwand. Aus dem Blickwinkel sieht man auf der Glasrückwand der Kamera leider fast nichts. Dass das Bild auf der Kamerarückwand auf dem Kopf steht, ist aber normal…

2 Antworten auf “Kinder und die Foto-Vergangenheit…

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