Selbstversuch: E-Postbrief – Teil 2

E-postbrief

Das POST-IDENT-Verfahren ist schon was Tolles. Zuerst muss man sich so einen Wisch ausdrucken und persönlich damit zum Postamt/zur Postagentur gehen. Wenn man sich in den Jahren seit man den Personalausweis hat, eine andere Unterschrift zugelegt hat, dann muss die Dame hinter dem Schalter das Schreiben an den POST-IDENT-Service zweimal ausdrucken.

Aber bin ich immerhin mal wieder seit Eröffnung der neue Postagentur mit Reisebüro (und noch mehr) im alten Postgebäude in Buchen mal wieder bei der Post gewesen. Dort durfte ich dann zwischen Grünkern, diversen Reiseangeboten und sechs wunderhübschen Uhren, die die aktuelle Zeit an verschiedenen Orten der Welt zeigen, warten bis ich an die Reihe kam.

So weit so gut. Das POST-IDENT-Schreiben ist unterwegs – warten ist wieder angesagt.

Die große Frechheit an der Sache ist aber, dass heute morgen um 4.37 Uhr (in Buchstaben: um vier Uhr siebenunddreißig) eine SMS mit der lapidaren Nachricht, dass mein Zugang zum E-POSTBRIEF-Portal jetzt freigeschaltet ist…Nachdem der Zugang mit dem komplizierten – aber sicheren – Passwort ohne Probleme funkioniert hat, konnte ich meinen ersten E-POSTBRIEF lesen – die Begrüßungsmitteilung der Post mit den AGB. Auf den ersten Blick sieht alles aus wie ein normales E-Mail-Postfach, das aber nur 100 MB Speicherplatz bietet und keine normalen E-Mails empfangen kann.

Dazu muss man ein zusätzliches POP3-Konto einbinden, was ohne Probleme funkioniert. Allerdings hat man dann zwei getrennte Oberflächen zwischen denen man mit einem nicht sofort erkennbaren Button umschalten muss. Eigentlich hätte ich hier soviel Komfort erwartet, dass man normale E-Mails und E-POSTBRIEFE aus der gleichen Oberfläche heraus verschicken und lesen kann.

Die nächste Merkwürdigkeit zeigt sich beim normalen E-Mail-Versand: der Versand über das E-POST-Portal (mit meinem normalen E-Mail-Account) dauert 15 Minuten, das Empfangen von E-Mails an die eigene E-Mail-Adresse mit Abrufen über das ePost-Portal dauert ewig (nach einer halben Stunde war die Test-Mail noch nicht da – während das mit dem normalen E-Mail-Programm oder auch dem iPhone innerhalb weniger Sekunden funktioniert). Da fühlt man sich in die Zeiten zurück versetzt, als man noch mit der T-Online-Software 4, 5 oder 6.0 E-Mails verschickt hat und auch 20 Minuten auf neue Mails warten musste.

Warum man allerdings keine E-Mails mit der @epost.de-Adresse empfangen kann ist mir ein wenig schleierhaft. Wer jetzt also gehofft hat (wie ich auch), das E-POST-Konto als zusätzliche E-Mail-Adresse nutzen zu können, hat Pech. Das E-POST-Konto nimmt keine normalen E-Mails an…

Jetzt haben wir noch den letzten Test vor uns: den E-POSTBRIEF-Versand. Ich möchte jetzt noch testen, wie lange es dauert bzw. wie der E-POSTBRIEF gedruckt aussieht. Dazu muss man aber zuerst der Post mal eine Lastschrift-Ermächtigung erteilen und sein Konto aufladen. Auch wenn die Vorgabe der Post 0,55 € im Formular sind, funktioniert das (noch) nicht. Man kann aktuell nur volle Euro-Beträge aufladen.

Nachdem das erledigt ist, kann man den E-POSTBRIEF verfassen, wartet zum Versenden kurz eine weitere Handy-TAN und kann den Brief dann verschicken. Der Versand dauert (laut Angabe der Post) einen Werktag wenn der Brief vor 18 Uhr verschickt wird, zwei Werktage bei einem Versand nach 18 Uhr. Montags werden allerdings keine E-POSTBRIEFE zugestellt, weil die Zentren für das Ausdrucken und Verteilen im Moment nur von Montag bis Freitag arbeiten. Das soll sich aber bei einem höheren E-POST-Aufkommen geändert werden…

Die deutschlandweite Suche nach „Müller“ im öffentlichen Adressverzeichnis ergibt – warum auch immer – keine Treffer, wenn man nach „Schmidt“ sucht, gibt es zumindest 50 Treffer, allerdings ohne Straße und Ort, was einem nicht wirklich weiterhilft. Wenn man mehrere Treffer mit dem gleichen Namen und Vornamen hat, muss man jeden anklicken, um herauszufinden, ob es der richtige ist. Bei Grimm sieht es mit 39 Treffern nicht viel besser aus. Zum Vergleich: eine Google-Suche nach „grimm“ ergibt 13.200.000 Ergebnisse…

Jetzt heißt es wieder warten… auf die E-POST!

11 Antworten auf “Selbstversuch: E-Postbrief – Teil 2

  1. Als ich das POSTIDENT-Verfahren machen wollte, meinten die doch tatsächlich, dass wäre nicht ich auf dem Personalausweis. Aber der ist ja bereits 3 Jahre alt und in der Zeit darf man sich durchaus die Haare länger wachsen lassen.Mich interessiert eigentlich nur noch, ob ich einen handgeschriebenen Brief an die EPOST-Adresse schicken kann, denn das habe ich noch nicht wirklich herausgefunden. Weißt du da was?

  2. Das mit den längeren Haaren ist natürlich doof, aber wahrscheinlich vom Menschen hinter dem Schalter abhängig…Das mit dem handgeschriebenen Brief an die E-POST-Adresse sollte funktionieren (habe ich zumindest irgendwo gelesen), aber ausprobiert habe ich es (noch) nicht…

  3. Hallo Helos, sobald ich die Kontoverbindung eingerichtet und das Lastschriftverfahren ausgewählt hatte, konnte ich meinen Wunschbetrag auf das Konto „laden“ und auch sofort nutzen… Ich musste nicht warten. Die Abbuchung von meinem Girokonto hat zwei Tage gedauert. Vielleicht kannst Du bei Herrn Thomas Mißlbeck vom Serviceteam E-POSTBRIEF nachfragen, warum das bei Dir nicht funktioniert. Er hat mir zumindest auf meinen 4. Teil geantwortet…

  4. Das ist natürlich merkwürdig. Ich war aber auch sehr überrascht, dass sich Post-Mitarbeiter in einem Blog-Beitrag zu Wort melden…

  5. E-Post Interessierter

    Hallo Matthias,vielen Dank für den Selbstversuch und die hilfreichen Erfahrungsberichte. Ich habe noch zwei Fragen:1. Kann man auch eine eigene, hochgeladene Datei (z.B. pdf) per E-Post verschicken, oder muss man den Brief immer online verfassen?2. Wenn der Brief dem Empfänger physisch zugestellt wird, wird dann von dem Sender lediglich die E-Post Adresse auf dem Brief angedruckt (d.h. nicht die Hauptwohnsitz-Adresse)? Wird die Adresse des Sender auch auf dem Umschlag (Rückseite) angedruckt (Hauptwohnsitz oder E-Post Adresse)?Ich danke für die weiterführenden Erläuterungen!Beste Grüße.

  6. Hallo E-Post Interessierter,vielen Dank für Deine Nachricht. Leider bin ich gestern nicht mehr zum Antworten gekommen.Hier die Antworten:1. Du kannst auch eine Datei per E-Post verschicken.2. Auf dem Kuvert ist keinerlei Adresse abgedruckt. Im Brieffenster steht nur das, was Du selber an die Stelle geschrieben hast…GrußMatthias

  7. Es ist erstaunlich, wie lange die Post benötigt, dieses Postfach einuzurichten. Viele nutzen dieses Ident-Verfahren, um z. B. Spiele downloaden zu können, die einer Altersbeschränkung unterliegen. So warten mein Lebensgefährte und ich nunmehr seit über 4 Wochen auf eine Freischaltung des Postfaches 😀
    Es wurde zwar alles korrekt aufgenommen und weitergegeben .. aber es dauert .. eben .. die altbekannte SCHNECKEN-Post, wie man sie kennt .
    Zum Glück brauchen wir dieses Postfach nicht wirklich
    Gruß
    Conny

    1. Dem kann ich nur zustimmen, auch wenn ich nicht weiß, ob sich die Post in der Zwischenzeit was besseres hat einfallen lassen. Der Beitrag ist schon ziemlich alt…
      Gruß
      Matthias

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